mündlich
| Kapitel: | 1 - Natur und Klimaschutz |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Grüne Jugend Steglitz-Zehlendorf (dort beschlossen am: 25.02.2026) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 04.03.2026, 17:16 |
| Kapitel: | 1 - Natur und Klimaschutz |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Grüne Jugend Steglitz-Zehlendorf (dort beschlossen am: 25.02.2026) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 04.03.2026, 17:16 |
und Wassereinsparungen sowie Möglichkeiten der Müllvermeidung informiert werden. Dabei unterstützen wir auch kleinere Projekte, die für weniger Müll sorgen. Wir wollen das Ordnungsamt stärken, um stärker gegen illegale Müllentsorgung im öffentlichen Raum sowie Parken auf Grünflächen vorzugehen.
Unser Ziel: Ein Bezirk, in dem Mensch und Natur Hand in Hand leben und der fit
für den Klimawandel ist. Zahlreiche naturnahe Grünflächen geben die
Möglichkeiten zum Spielen, Sport oder zur Begegnung. Saubere und lebendige
Gewässer laden zum Baden und Wassersport ein. Sie sind außerdem Lebensraum für
viele Tiere. Dieser muss geschützt werden. Vernetzte Biotope und Schutzgebiete
fördern und erhalten den Artenreichtum und machen Natur für viele erlebbar.
Steglitz-Zehlendorf soll durch unversehrte und vielfältige Stadtnatur ein
lebendiger Ort mit hoher Lebensqualität und ein Ort der Erholung für Alle sein.
Grünflächen und Plätze sind Orte der Begegnung und des Miteinanders: Sie sind
wichtig zur Erholung und zum gemeinsamen Spielen und Sport machen. Wir werten
die bestehenden Grünflächen und Plätze auf durch schattenspendende Bäume,
blühende Sträucher und Bänke zum Verweilen. Für Alle sollen mehr
Sportmöglichkeiten, Bouleplätze oder auch Mehrgenerationenspielplätze wie
beispielsweise in der Lissabonallee geschaffen werden. Diese Orte wollen wir
möglichst barrierefrei gestalten. Für Kinder schaffen wir in Gebieten mit wenig
Spielplätzen neue Spielmöglichkeiten. Viele Bürger*innen engagieren sich bereits
heute in Initiativen, um Plätze und Grünflächen in ihrer Nachbarschaft zu
gestalten und zu pflegen. Wir fördern dieses Engagement und werden aktiv für ein
solches Engagement werben und die Gründung von Nachbarschaftsinitiativen
unterstützen.
Zusätzlich ermöglichen wir Urban Gardening (Gärtnern in der Stadt) und werden
geeignete Flächen dafür ausweisen, ermöglichen und fördern etwa das Bepflanzen
von Baumscheiben und sogenannten Unterstreifen am Straßenrand. Damit verschönern
Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur ihre Kieze, es entsteht auch ein
Gemeinschafts- und Verantwortungsgefühl – und der Bezirk schafft schöne,
klimafreundliche Orte der Begegnung.
Für Stadtkinder ist es ein tolles Erlebnis, selbst Obst zu pflücken und außerdem
ist es eine tolle Möglichkeit, kostenlos an frisches Obst zu kommen. Wir wollen
die “essbare” Stadt ermöglichen, Streuobstwiesen anlegen und dafür sorgen, dass
in Parks und Grünflächen mehr Obstbäume, Nüsse, Esskastanien und Beerensträucher
gepflanzt werden.
Wir wollen wertvolle Lebensräume erhalten und stärken. Alte Baumbestände sind
Naturdenkmäler, sie sollen bleiben.Aus Rasenflächen werden insektenfreundliche
Blühwiesen als Lebensraum für unzählige Insekten und Schmetterlinge. Wir
renaturieren Moore, denn das sind wertvolle Klimaspeicher. Wir siedeln
gefährdete Tier- und Pflanzenarten wieder an. Und wir unterstützen Initiativen,
die sich Tier- und Pflanzenschutz zur Aufgabe gemacht haben.
Die Biotope am Teltowkanal - einschließlich der ehemaligen Spinnstofffabrik –
stellen wir unter Naturschutz und machen sie als Naturpark für alle Bürgerinnen
und Bürger erlebbar. Biotope wollen wir mit Schildern und Tafeln besser
ausweisen und erklären. Um auf die besonderen Anforderungen der verschiedenen
Biotope sowie gefährdeter Pflanzen- und Tierarten besser eingehen zu können,
fordern wir passgenaue Entwicklungspläne für jede Grünfläche.
Für den Ausbau und die neue Einrichtung von Naturschutzgebieten brauchen wir
mehr Fachpersonal, das sich darum kümmert. Wir haben bereits eine Stelle für
nachhaltige Grünpflege geschaffen, daran knüpfen wir an und schaffen eine
weitere. Damit die Biotope in unserem Bezirk gepflegt werden, brauchen wir
Schulungsangebote für die bezirklichen Gärtner*innen, um eine naturnahe
Grünpflege überall zu gewährleisten. Wir schätzen und unterstützen das
Engagement vieler einzelner Bürger*innen bei der Pflege der Grünflächen und
Baumscheiben. Diese Zusammenarbeit wollen wir ausbauen und fördern.
Wir wollen die Qualität unserer Gewässer spürbar verbessern. Kleine Bäche sollen
raus aus ihren dunklen Kanalschächten: Wir wollen entsiegeln statt betonieren.
Kleingewässer erhalten so mehr Wasser und werden zu Trinkstätten für Tiere und
Lebensräumen für bedrohte Arten. Die Steglitzer Bäke wollen wir renaturieren und
lassen sie wieder als klaren Bach durch die Natur fließen.
In Wannsee und Havel wollen wir im Einklang mit dem Wassersport an ungenutzten
Uferflächen Schutzräume für Pflanzen und Tiere schaffen. Wir setzen uns für den
Erhalt der Steganlagen des Breitensports ein. Auf Landesebene setzen wir uns
dafür ein, dass Wannsee und Havel besser geschützt werden und Baden ganzjährig
möglich ist.
Unsere Seen und Wälder ziehen viele Menschen an. Aber die Besucherströme führen
auch zu einer hohen Belastung der Natur. Bereits in dieser Legislaturperiode
haben wir Mittel aus dem Förderprogramm Klimaanpassung bekommen. Mit dem Geld
werden Uferbereiche, Waldabschnitte und Grünanlagen insbesondere an
Schlachtensee und Krummer Lanke umgebaut und so ökologisch aufgewertet. Das wird
jetzt umgesetzt
Wir unterstützen damit die Freizeitqualität für die Menschen im Bezirk sowie den
nachhaltigen Tourismus, indem wir Liegewiesen ausweisen und barrierefreie
Badestege anlegen. Das Ufer und die Hänge werden durch neue Bepflanzungen vor
Erosion geschützt. Sie können so Regenwasser besser aufnehmen. So bleiben auch
die Seen sauber, weil das Regenwasser im Uferbereich versickert und nicht mit
Erde und Dreck vermischt in den See fließt. Wir werden kostenlose Toiletten zur
Verfügung stellen. Auch so bleiben die Uferbereiche sauber. Wo nötig weisen wir
vor Ort auf die Schutzräume für Vögel und Pflanzen hin, und machen sie so auch
besser erkennbar. Parkläufer*innen geben darauf acht, dass die Natur erhalten
bleibt, sodass Alle etwas davon haben. Wir prüfen, ob das nach dem
Landeswaldgesetz bestehende Rauchverbot auch in dem Bereich, der dem
Grünanlagengesetz unterfällt, sinnvoll realisiert werden kann.
Windenergieanlagen gehören nicht in den Grunewald, sondern auf ökologisch
geeignete, insbesondere Gewerbeflächen.
Wie gedeihen Biotope, wie wächst Artenvielfalt? Das ist noch nicht ausreichend
erforscht. Wir fördern Kooperationen mit der FU und dem Botanischen Garten, um
Biotope und Schutzgebiete bestmöglich anlegen und pflegen zu können.
Auf Landesebene setzen wir uns für die Verlängerung des Projektes “Stadtnatur-
Ranger” ein. Zwei Ranger*innen sind im Bezirk zu Fuß oder mit dem Fahrrad
unterwegs. Sie dokumentieren die Stadtnatur, setzen Maßnahmen zu ihrem Schutz
um, bauen Netzwerke mit Initiativen auf und bieten Umweltbildung an.
Der Ausbau der Umweltbildung in Kitas, Schulen, vor Ort in den
Naturschutzgebieten und im Botanischen Garten ist grundlegend für einen
rücksichtsvollen Umgang mit der Natur. Eigenes Gärtnern und Forschen –
Umweltbildung mit Kopf, Herz und Hand – vermittelt Freude beim Lernen. So
fördern wir die Anlage von Schulgärten und sichern die bestehenden
Freilandlabore und Gartenarbeitsschulen finanziell weiter. Das
Umweltkompetenzzentrum an der Weidelandschaft in Lichterfelde-Süd wollen wir
endlich umsetzen.
Das Vorhaben der Klimaschutzbeauftragten, wieder einen Klimabeirat in Steglitz-
Zehlendorf einzuführen, unterstützen wir und werden ihn um Naturschutz und
Biodiversität ergänzen.
Hitze, Dürre, Starkregen und Stürme nehmen durch den Klimawandel zu. Wir wollen
einen Bezirk, der mit Extremwetterereignissen gut zurechtkommt, Überschwemmungen
verhindert, das Grundwasser bewahrt und die Bürger*innen vor Hitze schützt.
Wir wollen das Konzept der Schwammstadt weiter vorantreiben: Dieses
zukunftsweisende Konzept zum Schutz vor Überflutungen, zur lokalen Versickerung
und Speicherung, Kühlung der Stadt und Wasserversorgung für Pflanzen gilt es
Schritt für Schritt konsequent zu verwirklichen. Regenwasser soll versickern
können und so das Grundwasser im Bezirk halten. Dafür müssen Flächen entsiegelt,
Baumscheiben vergrößert, und die Straßenseite der Gehwege begrünt werden –
solange ausreichend breite Gehwege erhalten bleiben. Große Parkplatzflächen
sollen mit Bäumen beschattet werden.
Wir wollen für Sonnen- und Hitzeschutz mehr Straßenbäume pflanzen. Wir setzen
uns dafür ein, dass der Berliner BaumEntscheid umgesetzt wird. Dabei sollen
vermehrt Arten gepflanzt werden, die mit Temperaturschwankungen und
unterschiedlichen Wasserverhältnissen gut zurechtkommen.
Baumpatenschaften entbürokratisieren wir und fördern Privatpersonen, die Bäume
pflanzen und pflegen.
Trinkbrunnen und Sonnensegel auf Spielplätzen, öffentlichen Plätzen und
Grünflächen sorgen für ein gesundes Leben im öffentlichen Raum. Bei neuen
Bauvorhaben achten wir darauf, dass sie den veränderten Klimabedingungen
angepasst sind.
Bis 2035 soll unsere Bezirksverwaltungklimaneutral sein. Dazu gehört, dass die
Heizung und der Fuhrpark weiter elektrifiziert werden, dass der gesamte Strom
ausErneuerbaren Energien kommt und Solaranlagen auf öffentlichen Dächern
ausgebaut werden. Müll soll weitestgehend vermieden und der Rest recycelt
werden. Bevor neu gebaut wird, soll saniert werden. Regelmäßige Berichte über
den Fortschritt und die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes für die Verwaltung
sind eine Voraussetzung, um den Zeitplan bis 2035 einzuhalten.
Das Bezirksamt wird regelmäßige Informationsangebote schaffen. Zum Beispiel über
den Austausch von Heizungen, Maßnahmen und Fördermöglichkeiten für die
Verbesserung der Energieeffizienz von Häusern. Außerdem soll auch über Energie-
und Wassereinsparungen sowie Möglichkeiten der Müllvermeidung informiert werden.
Dabei unterstützen wir auch kleinere Projekte, die für weniger Müll sorgen. Wir wollen das Ordnungsamt stärken, um stärker gegen illegale Müllentsorgung im öffentlichen Raum sowie Parken auf Grünflächen vorzugehen.
Der Senat ist für die Wärmeplanung verantwortlich. Wir setzen uns auf
Landesebende dafür ein, dass der Senat im Bereich der Wärmewende Mittel für den
Bezirk bereitstellt: So soll es Beratung für Wärmeeffizienz geben, damit
Privatpersonen und Nachbarschaftsinitiativen bei der Umstellung Unterstützung
erhalten.
In Quartieren, in denen Hausanschlüsse an die Fernwärme nicht effizient sind,
wollen wir die Nutzung des öffentlichen Raums für geothermische Bohrungen oder
andere nachhaltige Wärmenutzungen ermöglichen. Beim aktuell nicht genutzten
WasserschutzgebietRiemeisterfenn möchten wir prüfen lassen, inwiefern dort
oberflächennahe Geothermie möglich ist. Neue Wärmequellen wie Abwasser oder U-
Bahntunnel wollen wir nutzbar machen.
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