| Veranstaltung: | Wahlprogramm für Steglitz-Zehlendorf 2026 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Kreisvorstand (dort beschlossen am: 12.02.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 16.02.2026, 15:46 |
| Themenbereich: | 10. Wirtschaft & Tourismus |
K10: 10. Wirtschaft und Tourismus
Kapiteltext
Steglitz-Zehlendorf stark für die Zukunft
Wir wünschen uns einen Bezirk, in dem Wirtschaft nicht nur funktioniert, sondern
floriert. Einen Bezirk, in dem Unternehmer*innen die Unterstützung finden, die
sie brauchen – von der ersten Geschäftsidee bis zum erfolgreichen Unternehmen.
Einen Bezirk, in dem Innovation auf Tradition trifft und wo lokale Geschäfte
unsere Quartiere lebendig halten und die Grundversorgung sichern.
Steglitz-Zehlendorf hat enorme wirtschaftliche Potenziale: exzellente
Hochschulen wie die Freie Universität Berlin, innovative Unternehmen, engagierte
Gewerbetreibende und attraktive Standorte. Diese Stärken wollen wir gezielt
ausbauen. Unser Ziel ist ein Wirtschaftsstandort, der Arbeitsplätze sichert,
Fachkräfte anzieht und gleichzeitig nachhaltig wirtschaftet.
Wirtschaftsförderung ausbauen und modernisieren
Die Wirtschaftsförderung in unserem Bezirk hat viele Aufgaben: Unternehmen
brauchen zügige Antworten auf ihre Fragen. Gründer*innen wollen unkompliziert
starten. Der Einzelhandel soll durch die Entwicklung kluger Konzepte gestärkt
werden. Um die Arbeit der Wirtschaftsförderung weiter zu stärken, wollen wir sie
mit zusätzlich benötigten Stellen ausstatten. Der Regionalinkubator mit seiner
Vernetzung, Projektunterstützung und seinem Standortmarketing muss als
strategische Schnittstelle für die Wirtschaftsförderung erhalten und gestärkt
werden.
Wir wollen im Bezirksamt eine Stelle schaffen, die sich vorrangig um das
Gewerbeflächenmanagement kümmert und eng mit der Stadtplanung zusammenarbeitet.
Sie kümmert sich um die Ansiedlung neuer Unternehmen – etwa im Lichterfelder Weg
– und entwickelt gemeinsam mit Anwohner*innen Konzepte, die wirtschaftliche
Entwicklung und Wohnqualität in Einklang bringen. Wir wollen direkte
Ansprechpartner benennen, auch für bestehende Gewerbeansiedlungen. Durch
nahtlose Kommunikation können Fragen schnell geklärt und Probleme unbürokratisch
gelöst werden. Unternehmen brauchen keine Odyssee durch verschiedene Ämter. In
Zusammenarbeit mit der Klimaschutzbeauftragten entwickeln wir Strategien für die
nachhaltige Entwicklung unserer Gewerbeflächen – von Photovoltaik auf
Hallendächern bis zu gemeinsamen Mobilitätskonzepten.
Wissenstransfer und Innovation fördern
Erfolgreiche Unternehmen brauchen aktuelles Wissen und starke Netzwerke. Deshalb
wollen wir jährliche Veranstaltungen für Unternehmer*innen organisieren: In
einem Digitalsalon wollen wir über neue technologische Möglichkeiten informieren
– von KI-Anwendungen für kleine Betriebe bis zu digitalen Vertriebskanälen. Wie
kann ein Handwerksbetrieb seine Prozesse digitalisieren? Welche Tools helfen dem
Einzelhandel? Praxisnah, verständlich, umsetzbar. Im Nachhaltigkeitssalon zeigen
wir Möglichkeiten zur Ressourceneinsparung und Kostenreduzierung – von
energieeffizienten Technologien bis zur Kreislaufwirtschaft. Wir informieren
über Förderprogramme, die die Umstellung finanzierbar machen. Nachhaltigkeit ist
nicht nur gut fürs Klima, sondern auch fürs Geschäft. In Netzwerktreffen für
Genossenschaften,Unternehmen in Verantwortungseigentum und sozial
verantwortliches Unternehmertum verbinden wir wirtschaftlichen Erfolg mit
sozialer Verantwortung. Wir bringen die Akteur*innen zusammen, fördern
Erfahrungsaustausch und machen diese zukunftsweisenden Modelle sichtbar.
Gründungen erleichtern – der One-Stop-Shop
Neugründungen sind der Motor wirtschaftlicher Erneuerung. Aktuell werden
Gewerbegründer*innen verwiesen an Berlin Partner, die die gesamtstädtische
Wirtschaftsförderung betreiben und in jedem Bezirk eine Anlaufstelle haben.
Gewerbeanmeldung, Genehmigungen, Fördermittel – viele Gründer*innen verlieren
dabei viel Zeit. Wir wünschen uns einen “One-Stop-Shop” für
Existenzgründungsberatung. Das FUBIC (FU Berlin Innovation Center) wird nach
seiner Fertigstellung Ende 2027 ein wichtiger Baustein für Start-ups und
Innovation sein. Wir sorgen dafür, dass der Wissenstransfer zwischen Universität
und Wirtschaft optimal funktioniert.
Fachkräfte gewinnen und halten
Ohne qualifizierte Mitarbeiter*innen können Unternehmen nicht wachsen. Die
Fachkräftegewinnung ist daher zentral für die Wettbewerbsfähigkeit unseres
Wirtschaftsstandorts. Wir möchten Unternehmen bei Ausbildungskooperationen mit
Hochschulen (z.B. Bachelor- oder Masterarbeiten) unterstützen, eine
Willkommenskultur für internationale Fachkräfte fördern und unterstützen
attraktive Rahmenbedingungen wie gute Kitas, bezahlbarer Wohnraum,
Verkehrsanbindung. Eine gezielte Fachkräfteentwicklung stärkt die
wirtschaftliche Stabilität und Attraktivität des Bezirks.
Einzelhandelk stärken – lebendige Quartiere
erhalten
Der Online-Handel und verändertes Konsumverhalten setzen den stationären
Einzelhandel massiv unter Druck. Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie unsere
Einkaufsstraßen veröden und unterstützen sowohl die AG der Gewerbetreibenden in
der Schloßstraße als auch Veranstaltungen in den Zentren. Unser Ziel: gemischte
Nutzung durch Geschäfte, Restaurants, Kultur- und Freizeitangebote. Unsere
Einkaufszentren sollen Orte zum Verweilen mit einer guten Aufenthaltsqualität
werden, nicht nur zum schnellen Einkaufen. Wir wollen attraktive Plätze: Der
Umbau des Herrmann-Ehlers-Platzes wird noch in diesem Jahr starten. Wir
unterstützen die Interessensgemeinschaften zur Steigerung der Attraktivität
unserer Einkaufszentren. Gemeinsam mit Gewerbetreibenden entwickeln wir
standortbezogene Konzepte – in Zusammenarbeit mit der Stadtplanung. Wir setzen
uns für Nahversorgungszentren ein, die alle Güter des täglichen Bedarfs anbieten
und zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind im Sinne der „Stadt der kurzen
Wege“. Wir stärken die bestehenden Wochenmärkte und unterstützen die Gründung an
neuen Standorten. Konkret: an den S-Bahnhöfen Botanischer Garten und
Lichterfelde Ost. Durch Grünflächen, Spielplätze, Cafés und Restaurants werden
sie zu Treffpunkten für die Nachbarschaft – lebendig, sozial, nachhaltig.
Nachhaltigen Tourismus entwickeln
Steglitz-Zehlendorf hat einen hohen Freizeitwert: Wälder und Seen, Schlösser und
Museen, historische Villen und Gärten. Diesen Schatz wollen wir durch
nachhaltige Forstwirtschaft und klimaresilienten Umbau für alle erhalten – für
Bewohner*innen wie für Besucher*innen. Aus den Mitteln der Citytax entwickeln
wir Konzepte für nachhaltigen Tourismus, die den Bezirk fördern, ohne ihn zu
überlasten. Tourismuspotenziale müssen neu erschlossen werden, zum Beispiel
durch die Weiterentwicklung des Fahrrad-Tourismus. Wir schreiben das
Tourismuskonzept neu. Sanfter Tourismus, der lokale Wirtschaft stärkt,
Arbeitsplätze schafft und gleichzeitig unsere Natur schützt. Wir setzen auf
Bildungs- und Kulturtourismus. Unsere touristischen Schätze – Schlösser, Museen,
Wälder und Seen – können stärker zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.