| Kapitel: | 2. Mobilität und Verkehr |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Grüne Jugend Steglitz-Zehlendorf (dort beschlossen am: 25.02.2026) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 04.03.2026, 13:16 |
Ä1 zu K2: 2. Mobilität und Verkehr
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kommen: keine Verkehrsopfer mehr in unserem Bezirk! Ebenso werden wir weiterhin Angsträumen entgegenwirken, beispielsweise durch mehr BeleuchtungBeleuchtung an den Bahnhöfen entgegenwirkenund Unterführungen, und uns für komplette Barrierefreiheit einsetzen, damit Menschen mit Behinderungen und
Sicher unterwegs in Steglitz-Zehlendorf
Wir wollen einen zukunftsfähigen Bezirk, in dem alle sicher, schnell und
entspannt unterwegs sein können.
Autofahren soll selbstverständlich weiterhin möglich, jedoch nicht mehr nötig
sein. Zentral dafür, gerade für uns als Flächen- und Randbezirk, ist der Ausbau
von Bus und Bahn sowie von alternativen Modellen – und zwar in enger Kooperation
mit Nachbarbezirken, umliegenden Gemeinden in Brandenburg und vor allem mit der
Berliner Senatsverwaltung. Wir wollen eine gleichberechtigte Verkehrswende, die
allen die gleichen Bedingungen und vor allem Sicherheit bietet – egal welchen
Alters und egal, wie man unterwegs ist. Wohngebiete sollen zum Leben und zur
Begegnung da sein und nicht als Durchfahrtstrecke dienen. Denn: Die Straße ist
für alle da!
Sicherheit für alle - zu jeder Zeit
Im öffentlichen Raum Tag und Nacht sicher und ohne Angst unterwegs zu sein,
sollte keine Frage von Alter, Geschlecht oder Verkehrsform sein. Wir wollen die
Verkehrsplanung weiterhin optimieren. Dabei sollen Staus, Stress und Abgase
minimiert werden – aber vor allem wollen wir der Vision Zero deutlich näher
kommen: keine Verkehrsopfer mehr in unserem Bezirk! Ebenso werden wir weiterhin
Angsträumen entgegenwirken, beispielsweise durch mehr BeleuchtungBeleuchtung an den Bahnhöfen entgegenwirkenund Unterführungen, und uns für
komplette Barrierefreiheit einsetzen, damit Menschen mit Behinderungen und
Familien mit Kinderwägen gleichberechtigt den Straßenraum und ÖPNV nutzen
können.
Wir wollen die pflichtgemäße Räum- und Streupflicht bei Schnee und Eis
durchsetzen mit Vorrang für Fuß- und Radwege. Gegenüber der Landesebene setzen
wir uns für eine zentrale Lösung ein, die den Räum- und Streu- Flickenteppich
wirksam beendet ohne der Umwelt zu schaden.
Sichere Schulwege
Kinder sollen sicher spielen und zur Schule gehen können. Das hat für uns
oberste Priorität. Dafür haben wir bereits über 30 umgesetzte bauliche Maßnahmen
zur Schul- und Kitawegsicherheit in den letzten fünf Jahren umgesetzt. Auch in
den nächsten fünf Jahren werden wir weiterhin für sichere Schulwege kämpfen:
bauliche Erweiterungen des Gehwegs auf die Fahrbahn (Gehwegvorstreckungen),
„Berliner Kissen“ und digitale Geschwindigkeitsanzeigen vor Schulen sollen die
Schulwege sicherer machen. Zusätzlich wollen wir, dass vor Schulen, die sich das
wünschen, Schulstraßen mit Verkehrszeichen zu Unterrichtsbeginn eingerichtet
werden damit in diesem Zeitraum kein Autoverkehr stattfindet; in der Zeit des
morgendlichen Unterrichtsbeginns soll die Straße durch Schülerlots*innen oder
Schulpersonal mit mobilen Sperrbaken gesperrt werden.
Tempo 30 ausbauen – vor allem vor Kitas und
Schulen
Tempo 30 im Umfeld von Schulen, Spielplätzen und Kitas muss zur
Selbstverständlichkeit werden. Mit Gehwegvorstreckungen, Bürgersteigabsenkungen
und Mittelinseln wollen wir verkehrssichere Kieze schaffen und durch die
Verlagerung des Radverkehrs vom Gehweg auf die Fahrbahn Fußwege entspannter und
sicherer gestalten.
Wir setzen uns zugleich für ein schrittweise zu realisierendes Tempo 30-
Gesamtkonzept für unseren Bezirk ein, das z.B. die Albrechtstraße, den
Hindenburgdamm, die Sundgauer Straße auch tagsüber, Seehofstraße und
Tautenburger Straße umfasst. Was in Rom oder Helsinki geht, geht auch in Berlin.
Berlin darf keine CDU-Verkehrsprovinz bleiben.
Verkehrssicherheit in den Kiezen stärken
Unser Bezirk soll Initiativen für temporäre Spielstraßen insbesondere in
dichtbebauten Nachbarschaften weiter unterstützen. Kinder können sich sicher in
Spielstraßen aufhalten und profitieren von mehr Platz. Wir wollen weiterhin
Kiezkonferenzen organisieren, um Anregungen und Wünsche zu sammeln.
Verkehrsberuhigte Kieze wollen wir gemeinsam mit Nachbar*innen gestalten:
Wohnviertel sollten möglichst vom Durchgangsverkehr geschont werden, aber
selbstverständlich weiterhin für Rettungsfahrzeuge, Müllabfuhr und Lieferverkehr
erreichbar sein.
Bus und Bahn ausbauen
Gerade im Außenbezirk, wo die Distanzen sich ziehen können, sind Bus und Bahn
für die Mobilität von Menschen von zentraler Bedeutung.Das U-Bahn- und
Busliniennetz kann in Steglitz-Zehlendorf dabei wesentlich verbessert werden: Um
den Umstieg auf Bus und Bahn zu erleichtern, setzen wir uns für eine höhere
Zuverlässigkeit und eine dichtere Taktung von Bussen und Bahnen ein. Wohngebiete
wie die Thermometersiedlung, Zehlendorf Süd oder das 3-Seen-Gebiet sollen auch
nachts mit den Öffentlichen erreichbar sein.
Reaktivierung der Stammbahn und Ausbau der U3
voranbringen
Wir wollen uns bei der Senatsverwaltung und der Deutschen Bahn dafür einsetzen,
dass die Stammbahn bald wieder den Betrieb aufnimmt, um Düppel, Zehlendorf und
Steglitz besser mit Berlin und dem Umland zu verknüpfen. Außerdem geht uns die
Verlängerung der U3 bis Mexikoplatz nicht weit genug: Wir werden uns dafür
einsetzen, dass die U3 bis nach Düppel und Kleinmachnow weiterfährt, damit die
Verbindung mit der Stammbahn ermöglicht wird. So soll der Bezirk vom
Pendlerverkehr entlastet werden. Der alte Baumbestand soll während der
Bauarbeiten so gut wie möglich erhalten bleiben, wirklich unvermeidbare
Baumfällungen sollen kompensiert werden.
Lankwitz und Lichterfelde besser mit der S-Bahn
anbinden
Lankwitz und Lichterfelde Ost und Süd sind nur dürftig an den Berliner
Schienenverkehr angebunden: S25/S26 sind zu niedrig getaktet und an der Grenze
von Lankwitz zu Mariendorf gibt es nicht einmal einen S-Bahnhof. Das wollen wir
ändern. Der S-Bahnhof Kamenzer Damm sowie der zweigleisige Ausbau der S7 und S25
müssen endlich kommen. Dafür setzen wir uns gegenüberSenat und Deutscher Bahn
ein. Zudem wollen wir den Ausbau von Straßenbahnen über die bis Steglitz
geplante Strecke hinaus bis nach Lankwitz und Lichterfelde prüfen.
Plätze und Zentren als Orte der Begegnung denken
Die Plätze und Zentren im Bezirk sind zu oft nur Verkehrsflächen. Das wollen wir
ändern. Es sollen Orte für Begegnung, für Märkte, zum Einkaufen und für soziale
Kontakte werden. Entsprechend wollen wir die Zentren aufwerten. Der Umbau des
Hermann-Ehlers-Platzes beginnt 2026. Am Kranoldplatz werden wir mit der
Machbarkeitsstudie sowie dem Beteiligungsverfahren zeigen: Man kann dort den
Verkehr viel besser und sicherer regeln, für alle am Verkehr Teilnehmenden, zu
Fuß gehenden wie Radelnde insbesondere. Statt Asphaltwüste soll ein attraktiver
Ort entstehen, auf dem der Wochenmarkt weiter wächst und gedeiht und auf dem
sich die Anwohner auch sonst gerne aufhalten. Das tut auch dem Gewerbe gut.
Zehlendorf-Mitte werden wir mit Bundesmitteln des Städtebauförderungsprogramms
aufwerten. Durch einen zweiten S-Bahnzugang können wir den Postplatz zu einem
wirklichen Bahnhofsvorplatz entwickeln.
Die Schloßstraße wollen wir gemeinsam mit dem anliegenden Gewerbe aufwerten und
auch durch Straßenfeste sowie verkaufsoffene Sonntage in der Straße umsetzen.
Bierpinsel und Kreisel dürfen nicht länger Symbol verfehlter Politik und
Hilflosigkeit des Senats bleiben, dem Investoren auf der Nase herumtanzen.
Busverkehr beschleunigen, Rufbusse ermöglichen
Die Buslinien sind oft unzuverlässig. Deshalb wollen wir Busspuren weiter
ausbauen und die Ampeltaktung besser auf den Busverkehr abstimmen. So können
Busse besser durch den Berufsverkehr gleiten. Außerdem unterstützen wir
alternative Angebote, wie autonome Bus-Shuttles oder Rufbusse wie Muva der BVG,
insbesondere in Lichterfelde Süd, Zehlendorf-Süd oder im 3-Seen-Gebiet.
Sharingangebote ausbauen
Wir wollen, dass Sharingangebote auch in den Rand unseres Bezirkes ausgeweitet
werden. Wir werden den zügigen Ausbau von Jelbi-Stationen als Ergänzung des ÖPNV
fortsetzen. Zusätzlich wollen wir Sharingangebote durch gesonderte Parkplätze
noch attraktiver machen.
Anbindung an Brandenburger Umlandgemeinden
verbessern
Steglitz-Zehlendorf ist ein Außenbezirk, seine Nachbargemeinden Großbeeren,
Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und Potsdam entwickeln sich rasant –
wirtschaftlich und bei der Bevölkerung. Deshalb wächst auch der Pendelverkehr.
Das hat direkte Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur in unserem Bezirk:
Mehr Verkehr, Staus und eine schwierige Parksituation an Knotenpunkten. Als
kurzfristig umsetzbare Maßnahmen sehen wir die Verdichtung und Beschleunigung
der (Schnell-)Buslinien über die Landesgrenze hinaus. Denkbar ist auch eine
Nutzung des Güterbahngleises von Wannsee nach Zehlendorf entlang der S1 als
Ergänzung zu der Stammbahn, die wir als mittelfristige Maßnahme sehen und
fördern wollen.
Lieferverkehr effizienter gestalten
Stau und zugeparkte Straßen sind eine Belastung für alle, vor allem jedoch für
den Lieferverkehr: Lieferwagen parken deshalb oft in der zweiten Reihe – ein
Teufelskreis. Wir wollen daher flächendeckende Ladezonen und Parkplätze fürs
Handwerk, die Pflege- und Lieferdienste ermöglichen. Innovative Zwischenlager
(Micro Hubs) sind ein mittelfristiges Ziel zur Entspannung des innerstädtischen
Individualverkehrs.
Parkordnung neu denken
Wir wollen den Parkverkehr im Bezirk einfacher und effizienter gestalten. Gerade
vor Geschäften und Gewerbe ist Langzeitparken ein Problem: Wir wollen deshalb an
Gewerbestandorten mehr Kurzzeitparkplätze ausweisen. Die Ausweitung von
Anwohnerparkzonen sowie eine Preisgestaltung, die Kurzzeitparker*innen
zugutekommt, sind ebenso Teil der Lösung. Das Parken direkt an Baumwurzeln und
Baumscheiben wollen wir im Sinne des Baumschutzes konsequent unterbinden.
Lademöglichkeiten für Elektroautos ausbauen
Steglitz-Zehlendorf ist berlinweit Vorreiter in puncto Lademöglichkeiten für E-
Autos. In den letzten fünf Jahren haben wir über 500 Ladepunkte im Bezirk
ermöglicht und es sollen noch deutlich mehr werden. Wir wollen entsprechend
Parkplätze zum Stromtanken ausbauen und ebenso an bezirklichen Einrichtungen mit
Photovoltaikanlagen Ladesäulen ermöglichen.
Schnell und sicher mit dem Fahrrad
Paris, Kopenhagen, Wien: Moderne Großstädte werden zunehmend durch das Fahrrad
geprägt: Unabhängig, ruhig, gesund, platzsparend und schnell! Mehr Fahrradbügel
vor allem an U- und S-Bahnstationen und an Einkaufsstraßen sollen das Radfahren
noch attraktiver machen. Wir haben bereits mehrere Fahrradstraßen ausgewiesen,
wie etwa den Königsweg oder den Tietzenweg sowie mehrere Kilometer geschützter
Radspuren geschaffen, wie etwa in der Albrechtstraße, Kaiser-Wilhelm-Straße oder
der Thielallee. Diesen Kurs werden wir ausbauen und uns weiterhin dafür sorgen,
dass das Rad-Vorrangnetz sicher und durchgängig über unsere Bezirksgrenzen
hinweg ausgeweitet wird. Für den Ausbau der geschützten Fahrradabstellanlagen
werden wir uns einsetzen.
Routen, die wichtige Ortsteile verbinden, werden durchgängig ausgebaut – unter
anderem auch die wichtige FU-Campus- und Wannseeroute. Dazu gehört auch die
Umsetzung der bereits geplanten Radschnellwege, die man auch mit E-Rädern
befahren kann, um unseren Bezirk besser mit den Innenbezirken zu verbinden und
das Berliner Umland anzuschließen.