| Kapitel: | 3. Stadtentwicklung |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Grüne Jugend Steglitz-Zehlendorf (dort beschlossen am: 25.02.2026) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 04.03.2026, 13:05 |
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Zehlendorf Mitte: Wir investieren in Stadtteilzentren
Mehr Grün, mehr Lebensqualität, mehr
Gemeinschaft
Wir wollen grüne und nachhaltige Stadtteile für alle – mit Orten der Begegnung
für die Nachbarschaft. Wir stärken, was funktioniert, und heben die Potenziale,
die noch ungenutzt sind. So gestalten wir einen Bezirk, der lebenswert,
klimagerecht und zukunftsfähig ist. Stadtentwicklung und Klimaresilienz sind
auch soziale Themen. Wir möchten, dass alle Menschen in Steglitz-Zehlendorf
wohnortnah grüne Orte für Sport und Erholung vorfinden.
Stadtentwicklung im Bestand
Wir setzen auf Stadtentwicklung im Bestand: Wir wollen systematisch erfassen, wo
nachverdichtet und aufgestockt werden kann. Unsere Quartiere bieten
Möglichkeiten, die wir verantwortungsvoll nutzen wollen. In Düppel-Süd
unterstützen wir die Anwohner*innen bei ihrem Einsatz für weniger
Flächenverbrauch. Hier könnten Flächen durch den Bau höherer statt mehr Gebäude
geschont werden.
Wir prüfen frühzeitig Abrissvorhaben bei Bestandsgebäuden, lassen uns nicht vor
vollendete Tatsachen stellen und stellen frühzeitig Denkmalschutz und darüber
hinaus den Erhalt schützenswerter wertvoller Bausubstanz sicher.
Durch Sanierung, Nachverdichtung und Begrünung kann unser Bezirk schöner,
nachhaltiger und zugleich widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise
werden. Deswegen wollen wir den Geschosswohnungsbau priorisieren, wie etwa auf
dem ehemaligen Coca-Cola-Gelände. Nachhaltiges Bauen mit Holz und
Hybridbaustoffen, Dachbegrünungen und Regenwassermanagement müssen von der
Ausnahme zur Regel werden. Wo nötig sollen veraltete Bebauungspläne aktualisiert
oder der Senat angeregt werden, den Flächennutzungsplan entsprechend anzupassen.
Umplanungen sind möglich, die bauplanungsrechtlichen Instrumente, der sogenannte
“Bauturbo” mit seiner befristeten Sonderregelung für den Wohnungsbau, sind
vorhanden und müssen umweltschonend genutzt werden.
Gewerbe und Handwerk sichern
Besonders kleines und mittleres Gewerbe prägen unseren Bezirk. Wir setzen uns
für lebendige, vielfältige Gewerbestandorte ein, in denen Handwerk, Mittelstand,
Forschung und Einzelhandel ihren Platz haben. Wir wollen Räume sichern, die für
lokale Betriebe erschwinglich bleiben – denn unserKiez lebt von seiner Vielfalt
und den Menschen, die ihn mit Leben füllen. Wir wollen bei Neuentwicklungen
durch Konzeptverfahren vor allem Flächen für kleinteiliges Gewerbe und Handwerk
sichern.
Grün statt Grau
An stark versiegelten Orten können wir zeigen, wie klimagerechte Stadterneuerung
konkret aussehen kann: weniger Beton, mehr Grün, mehr Leben. Unser Bezirk
braucht klimaresiliente Quartiere. Wir wollen Hitzeinseln vermeiden und Flächen
freilegen, begrünen und für Regenwasser nutzen - hin zur Schwammstadt. Bei der
Neugestaltung von Plätzen haben wir das bereits umgesetzt. Ein gutes Beispiel
dafür ist der Platz des 4. Juli, wo mehr als 12.000 Quadratmeter Betonfläche
entsiegelt wurden. Hier entsteht derzeit ein Park mit Wildblumen-Beeten, Wiesen
und zahlreichen neuen Bäumen.
Grüne Räume in der Nähe
Für unsere öffentlichen Räume wollen wir mehr Grün, mehr Schatten und mehr
Möglichkeiten zur Bewegung. Das bezirkliche Budget für das Stadtgrün haben wir
in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt und deutlich mehr Bäume
gepflanzt. Neue Spiel- und Sportangebote – vom Bouleplatz bis zum Calisthenics-
Park – bringen Leben in die Kieze. Freibäder wie das Spucki müssen instand
gesetzt, unsere Sportflächen als Orte des Zusammenkommens gesichert werden.
Schulhöfe und Sportflächen sollen, wo möglich, auch außerhalb der
Unterrichtszeiten offenstehen. So kann Schule als Lebensraum in der Gemeinschaft
verankert werden. Besonders in dicht bebauten Quartieren schaffen wir so neue
Freiräume für alle.
Orte für Menschen ohne Obdach
Niemand sollte auf der Straße leben müssen. Leider steigt die Zahl der wohnungs-
und obdachlosen Menschen auch bei uns im Bezirk. Wir setzen uns – neben der
aufsuchenden Betreuung - für Angebote ein, mit denen wir das Leben auf der
Straße verbessern: Orte, an denen sie sich bei Kälte zuverlässig und sicher
aufhalten können. Wasser und kühle Orte bei Hitze, außerdem Schließfächer und
Duschmöglichkeiten.
Zehlendorf Mitte: Wir investieren in
Stadtteilzentren
Zehlendorf Mitte:
Lebendige Stadtteilzentren sind das Herz unserer Kieze. Wir wollen Orte
schaffen, an denen das Leben pulsiert: mit kleinen Geschäften und Cafés, Kultur,
Handwerk und Bildungsangeboten wie Bibliotheken unter einem Dach. Sicherheit und
Sauberkeit sollen den Aufenthalt angenehmer machen- ebenso ordentliche
öffentliche Toiletten.
Dafür wollen wir Städtebaufördermittel gezielt für Umbau- und Sanierungsprojekte
beantragen, wie in Zehlendorf Mitte. Hier wollen wir gemeinsam mit allen
betroffenen Bürger*innen planen. Wir möchten, dass der Teltower Damm als
Einzelhandelsstandort aufgewertet wird. Es soll Verkehrssicherheit für Fuß- und
Radverkehr an der Straße geben , mehr grüne Begegnungsorte im Kiez. Der kommende
neue S-Bahn-Zugang am Postplatz muss städtebaulich mit dem Kiez verbunden
werden.
Kranoldplatz: Umbau für Begegnung
Quartierszentren wie der Kranoldplatz sollen auch außerhalb der traditionellen
Marktnutzung ein Anziehungspunkte für die Nachbarschaft werden. Mit der jetzt
entstehenden Machbarkeitsstudie wird die Grundlage für einen verkehrlich und
stadtplanerisch verträglichen Umbau gelegt. Zentral ist für uns dabei, dass der
Markt weiterhin im Zentrum steht und ein Platz geschaffen wird, der für die
Nachbarschaft auch außerhalb der Marktzeiten einen Begegnungsort bietet:
Schatten, Grün, Sitzgelegenheiten und attraktive Freizeitangebote für alle
Generationen fördern Aufenthaltsqualität und Gemeinschaft.
Schloßstraße: Kieze und Einzelhandel gemeinsam
denken
Wir wollen lebendige Quartiere mit attraktiven Einkaufsmöglichkeiten vor Ort.
Die Schloßstraße ist als große Einkaufsmeile aktuell von Leerstand und
Dauerbaustellen geprägt. Wir wollen das ändern und das Viertel mehr beleben. Die
Umgestaltung des Hermann-Ehlers-Platzes haben wir 2026 auf den Weg gebracht -
nun geht es darum, die Aufenthaltsqualität im ganzen Kiez aufzuwerten. Wir
wollen Druck auf die Adler Group und den Senat machen, damit die Dauerbaustelle
Kreisel endlich fertig gebaut wird. Angsträume unter der Autobahn müssen
konsequent erfasst und beseitigt werden. Um den Einzelhandel zu stärken, wollen
wir mit Wirtschaftsförderung und Gewerbetreibenden attraktive Angebote und
Veranstaltungen auf der Schloßstraße schaffen. Erfolgreiche Aktionen wie das
Food and Culture-Festival zeigen, wie groß der Bedarf nach einem zentralen Platz
an dieser Stelle ist.
Breitenbachplatz: Stadt statt Straße
Der Breitenbachplatz ist durch die Autobahnbrücke in zwei Teile zerschnitten -
wir wollen den vom Senat verschleppten Abriss der Brücke voranbringen und sowohl
Fahrbahn als auch Pfeiler zügig entfernen. Die freigewordene Fläche könnte zum
Beispiel für Wohnungsbau genutzt werden. Die Wiedereröffnung des Schlangenbader
Tunnels würde im Kiez zu einem Verkehrskollaps führen. Das Geld hierfür sehen
wir sinnvoller bei Bus und Bahn verwendet.
Tanklager Lankwitz: Endlich Wohnraum schaffen
Das Tanklager Lankwitz ist ein Beispiel dafür, wie der Bau von neuem Wohnraum
blockiert wird. Obwohl ein Investor auf dem baufertigen Grundstück Wohnungen
schaffen will, zögert der Senat, den Flächennutzungsplan anzupassen. Wir möchten
das Gelände für eine Wohnbebauung nutzen. Das Gelände liegt mitten in einem
Wohngebiet, die Anbindung kann über die umliegenden S-Bahnhöfe Attilastraße und
(zukünftig) Kamenzer Damm erfolgen. Das Ufer des Teltowkanals sollte durchgängig
für die Öffentlichkeit zur Naherholung erschlossen werden.
Lichterfelde-Süd: Das neue Quartier umsetzen
Der Bebauungsplan für das neue Quartier in Lichterfelde-Süd ist beschlossen. Nun
geht es darum, den Bau zu begleiten - und insbesondere den Sozialraum
Thermometersiedlung gemeinsam mit dem Neubauviertel zu entwickeln. Entscheidend
ist, dass der Vorplatz des S-Bahnhofs als Verbindung beider Viertel geplant
wird. Die Sicherung und Pflege des Schutzgebiets Weidelandschaft wollen wir
weiter unterstützen.
Verwaltung entwickeln
Wir wissen: Gute Ideen brauchen eine Verwaltung, die mitzieht. Deshalb machen
wir uns stark für eine moderne, handlungsfähige und bürgernahe Verwaltung mit
klaren Leitlinien, kürzeren Verfahren und echter Beteiligungskultur. Verwaltung
soll ermöglichen und die Transformation unseres Bezirks aktiv vorantreiben.
Unsere öffentlichen Gebäude – vom Rathaus bis zur Schule – brauchen dringend
eine energetische und funktionale Erneuerung. Wir wollen sie barrierefrei,
klimafreundlich und technisch modern gestalten.
Ein Rathaus für die Zukunft
Wir wollen das Zehlendorfer Rathausensemble nachhaltig und zukunftsfähig machen
– als zukunftsorientierte Arbeitswelt mit mobilen Arbeitsplätzen, einer
Verwaltung und grüner Architektur. Sanierung und Holzleichtbau sollten dabei
Vorrang vor Neubauten haben. Statt grauer Betonflächen planen wir
Photovoltaikdächer, Fassadenbegrünung und Barrierefreiheit. Wir wollen ein
Rathaus, das nicht nur Arbeitsplatz ist, sondern offener Ort für Begegnung,
Beteiligung und Dialog zwischen Bürger*innen und Verwaltung.